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Glatt gelaufen, alle zufrieden
Tipps und Tricks zur problemlosen Abwicklung eines Belichtungsauftrages

Die Einführung und Professionalisierung des Desktop Publishings vor kaum zehn Jahren führte zu einer kaum vorstellbaren Revolution in allen Bereichen der Druckvorstufe. Waren vorher die einzelnen Schritte der Druckvorlagenherstellung klar getrennte Bereiche und in der Hand spezialisierter und kompetenter Berufsgruppen, so wurde es durch die rasante Entwicklung digitaler Techniken möglich, alle wesentlichen Bearbeitungsstufen auf vergleichsweise preisgünstigen (Heim-)Computern zu erledigen. Hand in Hand mit der unglaublichen Leistungssteigerung der Hardware innerhalb weniger Jahren entwickelte sich auch die Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Software, die es nun auch fachfremden Personen ermöglicht, anspruchsvolle Druckvorlagen zu erstellen.

Diese „Demokratisierung“ der Arbeitsmittel und die daraus folgende teilweise Verlagerung der Produktion direkt zum Kunden („Inhouse Publishing“) stellt jedoch den Drucker vor neue Probleme, da viele der über Jahrzehnte gewachsenen Grundlagen der Drucktechnik vom Laien nicht spontan beherrscht und umgesetzt werden können (was bedeuten Beschnitt, Überfüllung, CMYK, Nutzen …?). Dies erfordert auf Seiten des Dienstleisters zumindest eine erhöhte Aufmerksamkeit, häufig auch eine nicht unbeträchtliche Nachbearbeitung der gelieferten Dateien.

Zur Optimierung des Produktionsworkflows müssen deshalb bereits im Vorfeld klare Absprachen getroffen und verbindliche Vorgaben gemacht werden, um unbefriedigende Druckergebnisse zu vermeiden, den Bearbeitungsaufwand und somit die Kosten zu minimieren, die Effizienz zu optimieren und somit letztlich die Qualität des Produktes und die Zufriedenheit des Kunden zu erhöhen. Im folgenden sollen die wichtigsten Grundlagen umrissen werden.

Zehn Goldenen Regeln bei der externen Dateierstellung für Druckvorlagen

1. Rechtzeitig Absprachen treffen
Sprechen Sie rechtzeitig – möglichst sogar noch vor Beginn Ihrer gestalterischen Arbeiten – die Modalitäten mit uns ab. Nicht jede Druckerei kann jedes Betriebssystem oder Programm bedienen oder kann jeden Datenträger verarbeiten. Es wäre ärgerlich, würde sich erst nach Abschluß Ihrer Arbeiten herausstellen, daß eine Weiterverarbeitung in der digitalen Druckvorstufe nicht möglich oder problematisch ist.

2. Was bringen Sie denn da?
Dokumentieren Sie die Eckdaten Ihres Systems: Wir brauchen Informationen über Betriebssystem, Programmversion und verwendete Extensions oder Plug-Ins. Dies ist notwendig, um Ihr Dokument unter den gleichen Voraussetzungen öffnen zu können und Fehler zu vermeiden. So sind etwa PC-Dokumente von QuarkXPress oder PageMaker auch auf dem Mac zu öffnen, was aber nicht immer zu identischen Ausgabeergebnissen führt.

Kennzeichnen Sie bitte Ihre Datenträger mit Ihrem Namen und dem Inhalt. Dies vermeidet Verwechslungen oder mühsame Suche.

3. Das Gute Programm
Verwenden Sie nur Programme, die die Erfordernisse der Drucktechnik erfüllen und von uns bearbeitet werden können. Ist Ihr verwendetes Programm überhaupt geeignet, professionelle Ergebnisse zu erzielen? Die große Verbreitung der Office-Programme (MS Word, WordPerfect, PowerPoint …) stellt den Dienstleister vor oft unlösbare Probleme, da diese druckertreiberabhängig arbeiten und sich die notwendige Portierung auf ein PostScript-System, wie es in der Druckvorstufe Standard ist, auf Seitenaufbau und Umbruch auswirken kann. Weiterhin arbeiten diese nur im RGB-Farbraum und bieten keine Möglichkeit der Farbseparation, geschweige denn der Defintion von Rasterweite, Schnitt- und Passermarken, Überfüllung oder anderer Druckparameter. Es ist zwar mittlerweile u.U. möglich, auch Office-Dokumente zu separieren. Dies erfordert jedoch zusätzliche Arbeitsschritte und ist im Ergebnis nicht immer zufriedenstellend.

4. So soll das Ergebnis aussehen
Legen Sie Ausdrucke Ihrer Datei bei, möglichst in Farbe und in Originalgröße. Alternativ ist auch eine verbindliche PDF-Datei ausreichend. Dies ist für unsere interne Kontrolle unbedingt notwendig, da sonst Veränderungen oder fehlende Elemente nicht sicher erkannt werden können. Idealerweise sollten Sie zusätzlich selbst eine Farbseparation durchführen und prüfen, um bereits im Vorfeld Fehler bei der Anlage feststellen und eliminieren zu können.

Liegen keine Kontrollausdrucke oder PDF-Dateien vor, erstellen wir diese selbst und legen Ihnen diese zur Kontrolle vor. Neben einer zeitlichen Verzögerung entstehen hierdurch auch weitere Kosten, die vermeidbar sind.

Bitte beachten Sie jedoch, daß ein schöner bunter Ausdruck auf dem Tintenstrahldrucker noch kein Garant für ein entsprechendes Druckergebnis ist oder gar Proofqualität hat. Jeder Farbdrucker hat sein eigenes Farbprofil, das oft vom späteren Vierfarbdruck der Offsetdruckmaschine weit entfernt ist. Auch die Bildschirmdarstellung hat keinerlei Aussagekraft.

Ihre Ausdrucke dienen nur der inhaltlichen Prüfung; zur Kontrolle der Farbtreue können wir Ihnen farbverbindliche DigiProofs anbieten.

5. Beschnitt & Co: Die Grundlagen
Beachten Sie die wichtigsten Regeln der Druckvorlagenerstellung:

  • Bei randabfallenden Motiven mindestens 3 mm Beschnitt hinzugeben, um beim Schneiden der fertigen Drucksache weiße Blitzer zu vermeiden.
  • Die Paginierung sollte den Dokumentenseiten entsprechen (wichtig beim Ausschießen).
  • Das Dokument in Originalgröße anlegen, d. h. die Seitengröße soll der später fertig beschnittenen Drucksache entsprechen. So sollten Sie z. B. nicht eine kleine Visitenkarte auf eine A4-Seite setzen, eventuell mit uns Anzahl und Plazierung der Nutzen absprechen.
  • Überfüllungen sollten, soweit es das Programm zuläßt, selbst angelegt werden.

6. Nix vergessen?
Legen Sie alle im Dokument verwendeten Elemente bei. Dies betrifft vor allem Schriften und Bilder.

Schriften: Obwohl wir über einen umfangreichen Pool an Schriften verfügen, können wir nicht garantieren, alle benötigten Fonts vorrätig zu haben. Eine Verarbeitung Ihres Dokumentes ohne das Vorhandensein aller Schriften ist aber nicht fehlerfrei möglich, da ansonsten in PostScript-Systemen Courier als Ersatzschrift eingesetzt wird. Das gilt auch und in besonderem Maße für EPS-Files, da es hier nicht möglich ist, eine Ersatzschrift zu benennen. Wandeln Sie deshalb die Texte in EPS-Files in Zeichenwege um, wodurch die Schriftenproblematik entfällt und auch ein Austausch zwischen Mac und Windows erleichtert wird. Nachteilig ist dagegen, daß ein nachträgliches Editieren der Texte erschwert wird.

Verwenden Sie nur die tatsächlich vorhandenen Schriftschnitte. Manche Programme lassen über die Menüleiste auch Schriftattribute wie „halbfett“ oder „kursiv“ zu, von denen keine Druckerzeichensätze vorliegen. Abgesehen von typografisch-ästhetischen Erwägungen, die von einer künstlichen Modifizierung von Schriften abraten lassen, können diese Schriften nicht korrekt belichtet werden.

Bilder: Legen Sie alle verwendeten Bilder oder Grafiken bei. Auch wenn das Bild am Bildschirm offenbar vorhanden ist, handelt es sich hier lediglich um ein grob aufgelöstes Vorschaubild, das zur Positionierung und Bearbeitung des Bildes oder der Grafik im Layoutprogramm ausreicht. Beim Drucken oder Erstellen der Druckvorlage (Film, Druckplatte) wird jedoch das Originalbild herangezogen. Fehlt dieses, erscheint das Bild stark gepixelt und ist für eine Druckausgabe nicht geeignet. Manche Programme wie PageMaker oder CorelDraw bieten die Möglichkeit, die kompletten Feindaten in das Dokument zu integrieren, was die Datei aber unhandlich groß werden läßt . Zudem ist die nachträgliche „externe“ Bearbeitung des Bildes, etwa in PhotoShop, nicht mehr einfach möglich.

Verwenden Sie beim Zusammenstellen der Daten für die Druckerei möglichst die entsprechenden Werkzeuge in den Programmen (bei QuarkXPress z.B. den Menüpunkt: „Für Ausgabe sammeln“). Daneben gibt es auch spezielle Hilfsprogramme wie FlightCheck, die alle zur Ausgabe notwendigen Elemente zusammentragen und zudem das Dokument auf mögliche Fehlerquellen überprüfen.

7. Datenträger ok?
Prüfen Sie die Lesbarkeit des Datentägers, indem Sie einen Ausdruck direkt vom Medium machen. Disketten und Wechselmedien haben keine unbegrenzte Lebensdauer. Vor allem bei häufigem Schreiben und Lesen kann die Oberfläche des Speichermediums beschädigt werden, was zu Lesefehlern führt. Medien, die Spuren von Unzuverlässigkeit zeigen, sollten ausgetauscht werden.

8. Konventionen eingehalten?
In der Macintosh-Welt herrscht eine hohe Flexibilität bei der Vergabe von Dateinamen. Auch unter Windows fielen mit der Einführung von Win95 die alten DOS-Dateinamenbeschränkungen weg. Dennoch können lange Dateinamen oder die Verwendung von Sonderzeichen und Leerstellen Probleme bereiten. Ältere CD-Brennprogramme etwa reduzieren die Dateinamen auf 8+3 Zeichen, auch beim Kopieren auf Windows-formatierten ZIP-Medien können solche Probleme auftauchen. In der Folge sind dann Unklarheiten bei der Dateienzuordnung vorprogrammiert. Verwenden Sie deshalb möglichst nur acht alphanumerische Zeichen, keine Umlaute und Sonderzeichen sowie keine Blanks. Achten Sie unter Windows auf die korrekten Extensions, z. B. *.tif für Pixelbilder oder *.eps für EPS-Dateien. So kann sofort erkannt werden, um welchen Dateitypus es sich handelt und die entsprechenden Applikationen verwendet werden.

9. Immer im Bild?
Nehmen Sie notwendige Bildbearbeitungen möglichst im PhotoShop vor, da eine Bearbeitung von Bildern über die Menüeinstellungen im Layoutprogramm zu verfälschten Bildeffekten führen kann. Die größenmäßige Anpassung von Bildern kann im Layoutprogramm vorgenommen werden. Bedenken Sie aber, daß sich Scans nicht beliebig vergrößern lassen, ohne daß es zu Qualitätseinbußen kommt.

Setzen Sie die Hintergrundfarbe eines Bildrahmen, der Tiff-Bilder enthält, auf „weiß“, da sonst die Bildränder „ausfransen“ können.

Vermeiden Sie die Verwendung von Scans im RGB-Farbmodus, da diese nicht sauber farbsepariert werden können. Eine Umwandlung in den CMYK-Modus ist im PhotoShop einfach zu erledigen, jedoch muß das CMYK-Setup in den Grundeinstellungen korrekt eingerichtet sein. [Diesen Punkt eventuell mit einem entsprechenden Screenshot illustrieren] Vermeiden Sie auch die JPEG-Komprimierung von Farbbildern, da sonst keine Farbseparation möglich ist.

10. Alles so schön bunt hier
Der Siegeszug der Farbe im Druckgewerbe verführt den drucktechnischen Laien häufig zu abenteuerlichen Experimenten, die sich später kaum realisieren lassen,

In der Regel wird ein farbiges Druckprodukt aus den vier Farben cyan, magenta, gelb und schwarz aufgebaut, aus denen sich nahezu alle Farbtöne mischen lassen.

Verwenden Sie für den Vierfarbdruck nur das CMYK-Modell und definieren Sie Sonderfarben, etwa Ihre Hausfarbe, als „Volltonfarbe“. Sprechen Sie mit uns die zu verwendenden Sonderfarben ab. Den gewünschten Farbton können Sie aus unseren umfangreichen Farbpaletten auswählen.

Prüfen Sie Ihr Dokument, indem Sie selbst probehalber eine Farbseparation durchführen: für einen Vierfarbdruck („Euroskala“) dürfen auch nur vier Farbauszüge ausgegeben werden. Eine eventuell erforderliche Umarbeitung Ihrer Daten durch unser Haus bedeutet einen zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand.

Um sicherzustellen, daß Ihre Vorstellungen auch im Druck korrekt umgesetzt werden, sollte unbedingt vor dem Druck ein Proof angefertigt werden (DigiProof, Cromalin oder Andruck). So können Sie die Farbumsetzung nochmals überprüfen und unsere Drucker haben eine verbindliche Vorlage zur Farbanpassung.

Fazit
Der Weg zu einer perfekten Druckvorlage kann lang und steinig sein, was bei bei der Komplexität des Themas und der Programme auch nicht verwunderlich ist. Das Expertenteam von Papyrus Medientechnik wird Sie jedoch in allen Phasen Ihrer Arbeit unterstützen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine systematische Einarbeitung in die Grundlagen und Erfordernisse der Druckvorlagenherstellung zahlt sich schnell aus, verbessert die Qualität des Endproduktes, minimiert die Kosten und, nicht zuletzt, schont die Nerven. Auf beiden Seiten…

 
 

 

 

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